
Raymond Queneau und François Le Lionnais versammelten Schreibende und Denker, um Literatur wie ein Labor zu behandeln. Sie spielten mit Lipogrammen, Permutationen und Zufallsverfahren. Georges Perec bewies mit La Disparition, dass ein fehlender Buchstabe nicht Mangel, sondern Motor sein kann. Das Experiment war nie Zierde, sondern ernsthafte Entdeckung.

Weniger Wahlmöglichkeiten richten den Blick auf Ton, Tempo, Satzbau und Präzision. Regeln verwandeln Angst vor dem leeren Blatt in ein Rätsel, das gelöst werden will. Wer die Möglichkeiten vortastet, findet Nebenwege, Humor, Eigenklang. Ausgerechnet Grenzen liefern taktisches Feedback, messbare Fortschritte und den Mut, launige Risiken kontrolliert zu nehmen.

Nicht alles entsteht aus Intuition: N+7 ersetzt Substantive systematisch durch Wörter später im Wörterbuch. Permutationen ordnen Absätze neu. Würfel und Karten geben Impulse, doch der bewusste Blick entscheidet, welche Zufallsfunde bleiben. So balanciert man Spieltrieb und Handwerk, bis Stil entsteht, der sowohl erfinderisch als auch lesbar wirkt.





